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Die 10 besten Golfschläge aller Zeiten

Die 10 besten Golfschläge aller Zeiten

Jeder Golfer und jede Golferin erinnert sich im Laufe des eigenen Golflebens an unvergessliche, geniale Schläge – ein Hole in One oder den Rettungsschlag aus einer unmöglichen Lage. Die großartigsten Schläge aber, an die wir hier erinnern wollen, sind solche, die Karrieren bestimmt, die weltgrößten Turniere entschieden oder Golferleben für immer verändert haben.

 Das sind unsere Favoriten für diese Bucket List:

 

10. Constantino Rocca, Finaltag Loch 18, St. Andrews, 1995 The Open

10. Constantino Rocca, Finaltag Loch 18, St. Andrews, 1995 The Open

Der zierliche Italiener Constantino Rocca benötigte ein Birdie auf der 18, um ein Playoff gegen John Daly bei der Open Championship 1995 zu erzwingen. Nach einem guten Drive blieb ein kurzer Chip über das ’Valley of Sin‘, doch seine Nerven spielten Rocca einen Streich und der Ball blieb mitten in der riesigen Mulde liegen. Ein erfolgreicher 20 Meter Putt aus dieser unangenehmen Lage war die einzige Chance auf das Playoff. Diesmal hielten die Nerven und der unglaubliche Putt ging ins Loch. Rocca fiel auf die Knie, nahm seine Kappe ab, fiel vorwärts auf das Grün und begann auf das Gras zu schlagen. Im  anschließenden Playoff über vier Löcher verlor Rocca leider das Turnier, die gesamte Energie schien in diesem unglaublichen Putt verbraucht worden zu sein.


9. Seve Ballesteros, Finaltag Loch 18, Crans-sur-Sierre, 1993, European Masters

9. Seve Ballesteros, Finaltag Loch 18, Crans-sur-Sierre, 1993, European Masters

Leider gibt es keine Videoaufnahmen dieses unglaublichen Golfschlages, mit dem der Spanier wie so oft seine unglaubliche Größe und Dominanz demonstrierte. Daher kommt er auch in dieser Liste gleich zweimal vor. Golf-Channel versuchte, den Schlag nach zustellen, für all jene, die sich die Situation vor Augen führen wollen ist das eine gute Zusammenfassung.

Mut kann man nicht kaufen und Verwegenheit macht sich durchaus des Öfteren bezahlt. Seve schlug seinen Tee Shot an der 18 in ein kleines Wäldchen. Er konnte nur halb ausholen, stand hinter einem Baum, eine 2,5 Meter hohe Mauer vor sich und eine tellergroße Lücke zwischen den Bäumen um durchzutreffen. Caddy Billy Foster riet ihm, aus der verdrießlichen Lage hinaus zu chippen, aber Seve ignorierte ihn höflich. Er schlug über die Mauer, durch das Loch direkt an den Grünrand. Und ganz nach seiner Art lochte er den folgenden Putt zum Score von 3 ein. Seve Ballesteros’ Golf in Reinkultur.

8. Sandy Lyle, Finaltag Loch 18, Augusta National, 1988, US Masters

8. Sandy Lyle, Finaltag Loch 18, Augusta National, 1988, US Masters

Der Schotte benötigte ein Par auf dem letzten Loch in Augusta bei den Masters 1988, um gegen Mark Calcavecchia in einem Play Off antreten zu können. Sein Drive landete im linken Bunker, der nächste Schlag war nahezu unmöglich. Lyle entschied sich für ein Eisen 7 und chippte den Ball aus dem Sand. Der Ball ging über die hohe Bunkerkante, landete 10 Meter neben der Fahne und rollte bis auf eine Distanz von 3 Metern auf die Fahne zu. Danach lochte er den Birdie Putt, gewann das Turnier mit einem Schlag Vorsprung und wurde der erste Brite, der die US Masters gewann.

Bei Minute 1.16 im Video können Sie diesen Schlag bewundern

7. Tom Watson, Finaltag Loch 17, Pebble Beach, 1982, U.S. Open

7. Tom Watson, Finaltag Loch 17, Pebble Beach, 1982, U.S. Open

In einem der berühmten Zweikämpfe gegen seinen großen Rivalen Jack Nicklaus benötigte Watson, auf Loch 17 angekommen, zwei Par um mit Nicklaus, der seine Runde bereits beendet hatte, gleichzuziehen. Das berühmte Loch 17, Par 3, in Pebble Beach gilt als eines der anspruchvollsten Golflöcher der Welt. Watsons Tee Shot mit seinem Eisen 2 landete im dicken Rough abseits des Grüns und es sah ganz so aus, als würde das Loch ein weiteres Opfer fordern. Aber der Amerikaner lies sich nicht entmutigen. Er konzentrierte sich, meinte zu seinem Caddy, dass er den Ball einlochen würde – und tat genau das. Perfekter Ballkontakt und die perfekte Linie ließen den Ball auf dem steinharten Grün aufkommen und ins Loch rollen. Watson rannte voller Freude eine Runde um das Grün und nahm die guten Vibes mit auf Loch 18, wo er ebenfalls ein Birdie spielte und das Turnier mit zwei Schlägen gewann.

 

6. Christy O’Connor Junior, Finaltag Loch18, The Belfry, 1988, Ryder Cup

6. Christy O’Connor Junior, Finaltag Loch18, The Belfry, 1988, Ryder Cup

Die Wetten standen eindeutig nicht gut für O’Connor während der Singles am Finaltag des Ryder Cup gegen den talentierten Amerikaner Fred Couples. Dennoch kamen die beiden all square zum Loch 18. Beide trafen das Fairway, Couples fast 100 Meter weiter als der Ire. Worauf O’Connor sein Eisen 2 aus mehr als 200 Metern Entfernung bis einen Meter zur Fahne donnerte. Dieser Anblick entmutigte Couples offenbar, der seinen zweiten Schlag vergab und nicht mehr mithalten konnte. O’Connor rettete so einen wichtigen Punkt, der zum europäischen Sieg maßgeblich beitrug.

 

5. Bubba Watson, Finaltag Loch 10, Augusta, 2012,  The Masters

5. Bubba Watson, Finaltag Loch 10, Augusta, 2012, The Masters

Der linkshändige Amerikaner Bubby Watson stand vor einer nahezu unmöglich spielbaren Situation im Play Off um das Grüne Jacket gegen Louis Oosthuizen. Der Südamerikaner selbst hatte bereits davor seine Größe gezeigt, als er einen der schönsten Schläger aller Zeiten, seinen zweiten Schlag auf Loch 2, Par 5, zu einem Albatross einlochte. Watson stand mitten im Wald, umgeben von Hindernissen und Publikum. Keine Chance, dass ein gerader Schlag die Situation retten könnte. Einzig dieser Hook mit dem Wedge, fast 90° (für den Linkshänder Watson nach rechts) gekrümmt konnte zum Sieg gereichen.

 

Die erstaunlichen Hintergründe zu diesem Schlag als ESPN Sports Science Video:

4. Seve Ballesteros, Finaltag Loch 18, PGA National, 1983, Ryder Cup

4. Seve Ballesteros, Finaltag Loch 18, PGA National, 1983, Ryder Cup

Seve’s zweite Nennung in unserer Bucket Liste der besten Golfschläge ist wahrscheinlich der schönste Schlag, der jemals während eines Ryder Cups gespielt wurde. Während der Singles am Finaltag spielte Seve gegen Craig Stadler. Er schoß seinen Teeshot ins tiefe Rough und schlug den zweiten Schlag in einen Bunker. Der finale Punkt schien an die Amerikaner zu gehen, aber Ballesteros sah die Sache anders. Er hatte noch 225 Meter vor sich und entschied sich für ein Holz 3 aus dem Bunker. Er schlug mit vollstem Einsatz auf den Ball, traf ihn extrem sauber aus dem Sand, der Ball schrammte hart an der Bunkerkante vorbei und flog eine Links-Rechts-Kurve und landete knapp vor dem Grün. Zwei Putts zum Par und der geteilte Punkt war gesichert. „Der beste Schlag, den ich je sah“, meinte Jack Nicklaus.

3. Padraig Harrington, Finaltag Loch 17, Birkdale, 2008, The Open

3. Padraig Harrington, Finaltag Loch 17, Birkdale, 2008, The Open

Padraig Harrington bewies im Kampf um die Titelverteidigung am vorletzten Loch Nerven und sein außerordentliches Golf. Er lag drei Punkte vor seinem Flightpartner Greg Norman und zwei vor dem Führenden im Clubhaus, Ian Poulter. Als Harrington für seinen zweiten Schlag, 220 Meter vom Grün entfernt sein Holz 5 wählte, ging ein Raunen durch die Menge. Ganz offensichtlich wäre die klügste Entscheidung gewesen, das Loch sicher zu Ende zu spielen. Sogar Norman war überrascht. „Wir können das noch gewinnen“, flüsterte er seinem Caddy zu. Aber der Ire spielte einen phänomenalen Schlag. Der Ball startete links vom Ziel weg und driftete zurück, um genau hinter dem Loch lieben zu bleiben. Harrington verlies das Loch mit einem Eagle uns sicherte sich damit den zweiten Open Titel.

 

Der Moment des Turniers: Minute 1.34 zeigt den Zauberschlag.

2. Gene Sarazen, Finaltag Loch 15, Augusta, 1935, Masters

2. Gene Sarazen, Finaltag Loch 15, Augusta, 1935, Masters

Sarazen lag vier Loch vor Schluss drei Schläge hinter Craig Wood, es sah nicht unbedingt gut aus für den Amerikaner, der das Golf zu dieser Zeit nahezu nach Belieben dominierte. Am Finaltag des zweiten Masters, das damals noch Augusta National Invitation Tournament hieß, zeigte Sarazen warum er als der beste Golfspieler der Welt galt. Auf dem Loch 15, einem Par 5 spielte er einen Schlag „den man rund um die Welt hörte“. Mit seinem Holz 4 schlug er seinen zweiten Schlag direkt über das Wasser und lochte zu einem unglaublichen Albatros ein. Er beendete die Runde geteilt mit Wood und gewann im Playoff am nächsten Tag den Titel.

1. Tiger Woods, Finaltag Loch 16, Augusta, 2005, U.S. Masters

1. Tiger Woods, Finaltag Loch 16, Augusta, 2005, U.S. Masters

Die Nummer 1 unserer Liste gehört Tiger Woods. Sein Chip-In wird ewiglich unvergessen bleiben. Einen Punkt vor Chris DiMarco liegend feuerte er seinen Teeshot über das Grün in eine nahezu unspielbare Lage. Der Ball lag genau an der Kante des Second Cut mit einer außergewöhnlichen Neigung zum Loch. Tiger nahm sich Zeit und chippte dann souverän gute 7 Meter von der Fahne entfernt auf das Grün. Der Ball begann der Grünneigung entlang zum Loch zu rollen, wo es kurze Zeit so aussah, als würde der Ball genau an der Lochkante stehen bleiben. Schließlich gewann die Schwerkraft und der Ball fiel in das Loch zu einer unglaublichen Zwei.